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Der Udawalawe-Nationalpark im Süden Sri Lankas stellt eines der bedeutendsten Schutzgebiete des Inselstaates dar und bietet vor allem in den Nachmittagsstunden ein Naturerlebnis mit vielen Elefanten. Der Park wurde im Jahr 1972 offiziell gegründet, primär um ein Rückzugsgebiet für die Tierwelt zu schaffen, die durch den Bau des großen Udawalawe-Stausees ihren ursprünglichen Lebensraum verloren hatte.
Geografisch erstreckt sich das Areal über die Grenze der Provinzen Sabaragamuwa und Uva, wobei die Landschaft durch eine offene Parksavanne geprägt ist, die ein bisschen an die Weiten Ostafrikas erinnert und eine außergewöhnlich gute Sicht auf die Flora und Fauna ermöglicht. Daher wird der Park manchmal auch etwas übertrieben als "Serengeti Sri Lankas" bezeichnet.
Wir haben die Fahrt über unser Hotel Jungle Paradise gebucht, das über ein eigenes Fahrzeug und einen eigenen Fahrer verfügt. Die Safari-Zeiten sind fest von 06:00 bis 18:00 Uhr vorgegeben.
Unsere Fahrt begann im Hotel ab 13:00 Uhr, bis zum Parkeingang fährt man von hier aus nur ca. 15 Minuten. Die Fahrt führt vorbei am Seeufer, an dem zahlreiche Verkäufer mit frischen Mangos standen, und dann weiter am Zaun entlang. Hier kann man schon mal Elefanten sehen, die auf Futter von der anderen Seite hoffen. Das Füttern ist allerdings verboten, Schilder am Zaun weisen darauf hin.
Der Eintritt setzt sich zusammen aus Basis-Eintrittspreis, Servicegebühr, Mehrwertsteuer und Zusatzgebühren wie der Einfahrt für den Jeep. So zahlen zwei Personen ca. 41.000 LKR an der Kasse. Obwohl dieser Nationalpark mittlerweile Kreditkarten akzeptiert, ist das System am Gate von Udawalawe oft instabil. Es ist dringend ratsam, den Betrag in bar dabei zu haben. Gelegentlich wird am Ticketschalter nach dem Original oder einer Kopie des Reisepasses gefragt, um den Status als Ausländer zu verifizieren.
Mit dem frühen Start nutzten wir die Übergangszeit von der Mittagshitze in den kühleren Nachmittag, in der die Aktivität der Tiere stetig zunimmt. Der Eintritt in den Park erfordert neben der staatlichen Gebühr auch die Anmietung eines geländegängigen Jeeps mit Fahrer. Bucht man dies nicht über seine Unterkunft, warten einige Fahrer auch am Gate auf zahlende Gäste.
Die unbefestigten Wege sind für normale Fahrzeuge unzugänglich, sie führen tief in das über 30.000 Hektar große Gebiet, wobei die Fahrer oft über ein geschultes Auge für versteckte Details in der Vegetation verfügen. Unser Fahrer fuhr gut und hatte auch einige auswendig gelernte Weisheiten über die Tiere parat. Bei Fragen kam er allerdings schnell an seine Grenzen, und auf eine unbewußte Weise stimmte die Chemie hier nicht so recht. Am Ende wurde er nicht müde zu betonen, wie toll alles war, und fragte ständig, ob wir zufrieden waren. Wir hatten hier zum ersten Mal den Eindruck, dass es nicht um unsere Zufriedenheit, sondern um ein hohes Trinkgeld ging. Wir geben immer Trinkgeld, 1.000 bis 2.000 LKR sind hier üblich. Wahrscheinlich geben die Hotelgäste aus Großbritannien meist viel mehr.
Im Park lebt eine beeindruckende Vielfalt von Tierarten. In den Sumpfgebieten und Gräsern lassen sich häufig Wasserbüffel, Axishirsche und Warane blicken, während die Bäume Lebensraum für Languren und Makaken bieten.
Mit sehr viel Glück lässt sich in der Dämmerung sogar einer der scheuen Leoparden blicken, obwohl diese hier im sehr dichten Gebüsch weitaus schwerer zu entdecken sind als ihre Artgenossen im Yala-Nationalpark.












Das unbestrittene Highlight und das Markenzeichen von Udawalawe ist die Population der asiatischen Elefanten. Es wird geschätzt, dass etwa 600 bis 700 dieser majestätischen Tiere im Park leben, was die Wahrscheinlichkeit einer Sichtung nahezu garantiert. Schon wenige Minuten nach der Einfahrt in den Nationalpark sahen wir eine kleine Herde am Wegrand. Besonders am Nachmittag ziehen die Herden, oft begleitet von Jungtieren, zu den Wasserlöchern oder dem Ufer des Stausees, um zu trinken und zu baden. Da die Vegetation im Vergleich zu anderen Nationalparks Sri Lankas weniger dicht ist, lassen sich die Elefanten dabei aus nächster Nähe in ihrem natürlichen Sozialgefüge beobachten, ohne sie in ihrem Verhalten zu stören. Mehr dazu auf der zweiten Seite Elefanten im Udawalawe Nationalpark.
Auch für Ornithologen ist der Nachmittag eine lohnende Zeit, da zahlreiche Greifvögel wie die Schlangenweihe oder farbenprächtige Arten wie verschiedene Eisvögel aktiv sind.
Im Udawalawe-Nationalpark kann man vier verschiedene Arten von Bienenfressern (Meropidae) beobachten. Sie gehören zu den farbenprächtigsten Vögeln des Parks und sind besonders an den offenen Savannenrändern und in der Nähe von Wasserstellen aktiv. Teilweise sitzen sie direkt am Wegrand und fliegen auch nicht weg, wenn man sich nähert. Hier hat man das Gefühl, man könne die bunten Vögel beim Vorbeifahren vom Ast pflücken.
Der Smaragdspint (Asian Green Bee-eater oder Merops orientalis) ist der kleinste und am häufigsten vorkommende Bienenfresser im Park. Er hat ein leuchtend grünes Gefieder mit einem goldbraunen Schimmer auf dem Kopf und einem markanten schwarzen Augenstreifen. Charakteristisch ist der schmale, verlängerte mittlere Schwanzfederfortsatz, der Spieß genannt wird.
Der Blauschwanzspint (Blue-tailed Bee-eater oder Merops philippinus) ist ein häufiger Wintergast in Sri Lanka und in Udawalawe sehr regelmäßig anzutreffen. Er hat einen namensgebenden blauen Bürzel und Schwanz sowie eine gelbliche Kehle, die in ein kräftiges Rostbraun übergeht.
Der Braunkopfspint (Chestnut-headed Bee-eater oder Merops leschenaulti) ist ein wunderschöner, standorttreuer Bewohner der feuchteren Waldränder innerhalb des Parks. Hier konnten wir ihn nicht so gut fotografieren, das gelang uns später im Wilpattu-Nationalpark viel besser. Die letzte Art ist der seltenere Wintergast aus Europa, der Bienenfresser (European Bee-eater oder Merops apiaster). Er ist extrem bunt mit gelber Kehle, braunem Rücken und blauem Bauch.
Bienenfresser haben die faszinierende Angewohnheit, ihre Beute gegen einen Ast zu schlagen, um den Stachel zu entfernen, bevor sie das Insekt herunterschlucken.
















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