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Die Uferzonen des Udawalawe-Stausees sind natürlich auch ein Paradies für Wasservögel. Neben den auf der ersten Seite bereits erwähnten Bienenfressern findet man hier auch viele hübsche Eisvögel. Der beeindruckende Buntstorch mit seinem gelben Schnabel und rosa Federpartien ist oft bei der Nahrungssuche im seichten Wasser zu sehen. Auch der Löffler und verschiedene Reiherarten wie der Seidenreiher sind ständige Bewohner der Uferzone.
Hoch oben am Himmel kreisen Weißbauch-Seeadler, sie sind die Könige des Sees. Man sieht sie auch manchmal auf abgestorbenen Baumstämmen mitten im Wasser sitzen, von wo aus sie nach Fischen Ausschau halten. Auch der Brahminenweih mit seinem markanten weißen Kopf und kastanienbraunen Körper ist sehr präsent, ebenso der Graukopf-Seeadler. Wie der Name sagt, ist der Kopf hellgrau gefärbt, was einen starken Kontrast zum restlichen Gefieder bildet. Ein wichtiges Erkennungsmerkmal im Flug ist der weiße Schwanz mit einer breiten, schwarzen Endbinde.
Der Graukopf-Seeadler gilt laut der Roten Liste als potenziell gefährdet (Near Threatened), was eine Sichtung in seinem natürlichen Lebensraum in Udawalawe zu einem besonderen Highlight jeder Safari macht.
Große Gruppen von indischen Mohrenkormoranen trocknen ihre Flügel in der Sonne auf den aus dem Wasser ragenden Ästen, ein klassisches Motiv für den Park.
Im Nationalpark lebt das Sumpfkrokodil (Crocodylus palustris), auch "Mugger" genannt. Wir waren erstaunt, wie viele davon am Ufer liegen. Erst sieht man sie nicht, aber hat man erst einmal eines entdeckt, dann sieht man sie plötzlich überall statt Baumstämmen in Wirklichkeit große Krokodile herumliegen. Die Tiere sind besonders am Nachmittag gut zu beobachten, wenn sie regungslos am Ufer oder auf Sandbänken liegen, um ihre Körpertemperatur in der Sonne zu regulieren. Sie können eine Länge von bis zu vier bis fünf Metern erreichen.
Selbst Baumstämme im Wasser entpuppen sich bei genauerem Hinsehen durch das Fernglas als lauernde Krokodile. Sie sind am Stausee von Udawalawe fast immer anzutreffen, sind gegenüber den Elefanten aber sehr respektvoll und halten meist Sicherheitsabstand zu den badenden Herden.
Die Fahrer sind per Mobiltelefon uns SMS miteinander verbunden. Wenn mal eine seltene Sichtung wie ein Leopard gemeldet wird, kann es zu Staus kommen. In der Theorie achten die Parkranger jedoch darauf, dass nicht zu viele Autos gleichzeitig an einem Tier verweilen. Das haben wir aber leider anders erlebt. Am frühen Nachmittag waren wir mit einigen anderen Autos noch ziemlich alleine an den Elefantengruppen und konnten sie in Ruhe beobachten. Manchmal kamen sie bei Grasen ziemlich nah ans Auto ran und ließen sich weder durch Lärm, noch durch den stinkenden, laufenden Motor beeindrucken.












Am späten Nachmittag kommen dann aber immer mehr Fahrzeuge in den Park, viele Besucher buchen nur die letzten Stunden vor Sonnuntergang. An Wochenenden und Feiertagen kann es auch sehr voll werden, wobei oft über 100 Jeeps gleichzeitig im relativ kleinen Park unterwegs sind. Im Gegensatz zu anderen Parks gibt es hier leider keine strikt festgelegte tägliche Anzahl an Fahrzeugen, die den Park befahren dürfen. Es wird über die Vergabe der Eintrittstickets gesteuert.
Da Udawalawe jedoch über ein weit verzweigtes Wegenetz verfügt und die Savanne sehr offen ist, verteilt sich der Verkehr in der Theorie meist besser als in den dichten Wäldern anderer Parks. Das bleibt aber auch Theorie, denn am späten Nachmittag wollen ja alle ans Seeufer.
Wir waren an einem Donnerstagnachmittag dort, nachdem es zuvor ein paar Tage geregnet hatte und daher in den letzten Tagen kaum Elefanten am Ufer des Stausees zu sehen waren.
Ein Nachmittag am Ufer des Udawalawe-Stausees offenbart die Kontraste zwischen unberührter Wildnis und den Herausforderungen des modernen Massentourismus. Wenn sich die Hitze des Tages langsam legt, treten aus dem schützenden Gebüsch kleine Elefantenherden hervor, um am seichten Ufer des weiten Gewässers zu grasen, zu trinken und zu baden. Besonders berührend ist dabei der Anblick der Jungtiere, die im hohen Gras oder direkt am Wasser ihre spielerischen Grenzen austesten. Wir sahen einige der kleinsten Elefanten, die, sichtlich erschöpft von der Sonne und den ersten Gehversuchen, beinahe im Stehen einschlafen und schließlich beduselt in den weichen Sand umkippen, während die älteren Kühe schützend über ihnen wachen.
Die Fahrt führt weiter über exponierte Sandbänke, die wie natürliche Tribünen in den Stausee ragen und einen freien Blick auf die Reptilien- und Vogelwelt ermöglichen.
Je später der Nachmittag, umso mehr Fahrzeuge tauchten dort auf, wir waren froh, dass wir so früh gestartet waren. So konntn wir das Gedränge auf dem von uns vorher besuchten Ufer von der gegenüber liegenden Seite beobachten.
Denn mit fortschreitender Stunde wandelte sich die Atmosphäre im Park spürbar. Was als schönes Naturerlebnis begann, entwickelt sich am späten Nachmittag zu einem logistischen Kraftakt. Immer mehr Jeeps drängen aus den verschiedenen Waldwegen zum Ufer, alle mit dem Ziel, den Gästen eine Sichtung der kleinen Herden aus nächster Nähe zu ermöglichen.
Die Fahrzeuge reihen sich dicht an dicht auf, oft nur wenige Meter von den Elefanten entfernt, die sich von dem Brummen der sehr nahen Motoren immer noch erstaunlich unbeeindruckt zeigen. Die Intensität des Tourismus erreichte ihren Höhepunkt, wir haben nach 70 Fahrzeugen am Ufer aufgehört zu zählen.
Die schiere Menge an Blech und Reifen und die stinkenden Dieselwolken dominieren nun die Szenerie, dazwischen einige Elefanten. Nix wie weg, wir fuhren in den dichten Busch, um dort leider vergeblich noch ein paar andere Tiere zu suchen. Unser Fahrer machte dann noch eine Pause auf einem Felsen mit Blick über einen See, leider war an diesem Tag wegen Wolken kein schöner Sonnenuntergang zu sehen. Aber man konnte hier das Auto verlassen und ein paar Schritte gehen. In der Ferne konnten wir die Berge sehen, zu denen wir am nächsten Tag in Richtung Ella aufbrechen wollten.
Insgesamt bietet ein Besuch in Udawalawe eine interessante Verbindung aus historischer Landschaftsentwicklung und einer der verlässlichsten Möglichkeiten, wilde Elefanten in einer geschützten Umgebung zu erleben. Es bleibt aber ein zwiespältiger Eindruck zwischen der tiefen Bewunderung für diese majestätischen Tiere und der Nachdenklichkeit über die Grenzen der touristischen Belastbarkeit eines solch sensiblen Ökosystems.

















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