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Unser Abenteuer im Yala Nationalpark begann am frühen Morgen mit der Anfahrt von unserer Unterkunft, dem Hotel The Den in Kataragama. Da wir erstmal den überlaufenen Block 1 vermeiden wollten, wählten wir den Zugang über das Galge Gate in Richtung Norden, um zuerst die weniger frequentierten Blöcke 5 und 6 zu erkunden. Die Fahrt führte uns zunächst an Häusern und Geschäften vorbei, bevor wir die Wildnis des Parks erreichten.
Michael holte die Karten am Ticketschalter, an dem in bar bezahlt wird. Hier gab es nur wenige andere Autos, und der Andrang hielt sich in Grenzen, da wir kurz nach 6:00 Uhr angekommen waren. Für diesen Block waren aktuell, Stand Februar 2026, nur 60 Fahrzeuge lizenziert, was die Fahrt hier wesentlich entspannter machte als in allen anderen Parks, die wir in Sri Lanka besucht haben.
Schon kurz nach der Einfahrt wurden wir belohnt, als wir einen Leoparden entdeckten, der majestätisch durch das Unterholz striff, ein seltener und faszinierender Anblick, der den perfekten Auftakt für unsere Safari bildete. Leider war er viel zu schnell wieder im Gebüsch verschwunden, aber wir hatten immerhin Erfolg und schafften auch ein paar Fotos.
Die Landschaft in diesem Teil von Yala ist geprägt von weiten Stauseen und verzweigten Kanälen, die als Lebensader für die reiche Tierwelt dienen. Hier entdeckten wir viele Bienenfresser, die sich elegant in ihrem grünen Gefieder zwischen den Büschen bewegten. Besonders beeindruckend war ein See, aus dessen stillem Wasser die silbrigen Skelette toter Bäume ragten. Hier hielt unser Fahrer zusammen mit einem befreundeten anderen Fahrer für die Frühstückspause an. In diesem Teil des Parks gibt es keine öffentlichen Toiletten, sodass man bei Bedarf hinter einem Busch verschwinden muss.
Wahrscheinlich war es offiziell untersagt, die Autos zu verlassen, doch dieser Ort war so abgelegen, dass wir kein weiteres Fahrzeug sahen. In den kahlen Kronen konnten wir zwei Malabar-Hornvögel beobachten, deren markante Silhouetten sich scharf gegen den Himmel abhoben. Das Weibchen inspizierte eine Höhle als potentiellen Nistplatz, während das Männchen auf die Entscheidung wartete. Scheinbar war sie sich noch nicht sicher, und wir konnten das Paar gut vom Ufer aus beobachten.
Ein weiteres Highlight war die Begegnung mit einem mächtigen Tusker, einem jener seltenen Elefantenbullen mit beeindruckenden Stoßzähnen, der in aller Ruhe in der Uferzone eines Damms auftauchte und dort trank. Da waren selbst unsere Guides aufgeregt, denn Tiere mit Stoßzähnen sind hier eher selten.
Man geht davon aus, dass im gesamten Yala-Ökosystem, in den Blöcken 1 bis 5 sowie in den angrenzenden Schutzgebieten, etwa 300 bis 350 Elefanten leben. Die Tiere ziehen je nach Futterangebot und Wasserstand zwischen den verschiedenen Zonen und den angrenzenden Korridoren hin und her. Im Gegensatz zu den afrikanischen Elefanten, bei denen sowohl Männchen als auch Weibchen Stoßzähne tragen, besitzen bei den asiatischen Elefanten in Sri Lanka nur wenige dr Bullen diese Merkmale, was sie zu einer biologischen Besonderheit und einem wichtigen Ziel für den Artenschutz macht.
Die Anzahl der Elefantenbullen mit sichtbaren Stoßzähnen ist in Sri Lanka extrem gering, da genetisch bedingt nur ein sehr kleiner Teil der männlichen Tiere Stoßzähne ausbildet. In ganz Sri Lanka tragen lediglich etwa 6 bis 7 % der männlichen Elefanten Stoßzähne. Man schätzt, dass es im gesamten Parkgebiet derzeit nur etwa 10 bis 15 ausgewachsene Tusker gibt, und davon haben wir in zwei Tagen mindestens vier gesehen.
Viele dieser Tiere halten sich lieber in den weniger besuchten Bereichen des Parks auf, um dem Trubel in Block 1 zu entgehen. Zu den bekanntesten Tuskern in Yala gehören Tiere, die von den Rangern Namen wie Sando oder Gemunu erhalten haben.












Der Weg führte uns weiter zu einem massiven Staudamm, dessen gewaltige Turbinen die Kraft des Wassers nutzen und ein interessantes technisches Zeugnis inmitten der Natur darstellen. Der Weheragala-Damm ist ein entscheidendes Puzzleteil im Wassermanagement-System des Yala Nationalparks und der angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen. Er staut den Menik Ganga auf und dient primär dazu, Wasser in den trockeneren Monaten kontrolliert abzugeben, um sowohl die Tierwelt in den Blöcken 5 und 6 als auch die Reisfelder um Kataragama und Tissamaharama zu versorgen. Die Schleusentore am Weheragala-Damm sind modern konzipiert und regulieren den Wasserfluss in ein verzweigtes Kanalsystem. Der lange Deic, die massiven Betonstrukturen und die mechanischen Hebevorrichtungen der Tore wirken fast surreal inmitten der ansonsten dichten Vegetation von Yala.
Die Seen und Wasserläufe in den Blöcken 5 und 6 des Yala-Nationalparks prägen das Landschaftsbild maßgeblich und bilden ein komplexes Ökosystem, das sich ständig im Wandel befindet. Besonders faszinierend ist der dichte Bewuchs mit Wasserpflanzen, der weite Teile der Wasseroberfläche wie einen grünen Teppich überzieht.
Die majestätischen Blüten des Heiligen Lotos und verschiedene Seerosenarten sind nicht nur ein optisches Highlight, sondern bieten mit ihren großen Blättern auch Schutz für Fische und Amphibien.
In den ruhigeren Buchten sammeln sich oft dichte Kolonien von Wassersalat und Schwimmfarnen an, die den Lichteinfall regulieren und so das Algenwachstum im Zaum halten. Röhricht und Gräser, wie Schilf und Zyperngräser in den Uferbereichen, dienen als Filterstationen und reinigen das Wasser auf natürliche Weise.
Die vielen Wasserpflanzen sind eine wichtige Nahrungsquelle für die Elefanten, die man oft dabei beobachten kann, wie sie mit ihren Rüsseln ganze Büschel aus dem Schlamm ziehen und im Wasser sauber schwenken, bevor sie diese fressen.
Ein markantes Merkmal dieser Seen ist ihre Dynamik. In der Trockenzeit ziehen sich die Wasserflächen zurück, wodurch die Wasserpflanzen konzentrierter auftreten und oft blühende Teppiche bilden. Wenn der Monsun einsetzt und die Pegel der Stauseen steigen, verändert sich die Struktur der Kanäle erneut, was den Tieren frisches Grün und neue Weidegründe eröffnet.
Wie unsere Fahrt dann am Nachmittag weitergeht, findet ihr auf der Seite Rückfahrt zum Galge Gate.
















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