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Unsere zweite Ganztages-Safari startete mit einer Fahrt über eine malerische Nebenstrecke von Kataragama aus, die uns direkt zum Eingang der Zone 1c führte. Diese Route ist eine hervorragende Alternative zu den bekannteren Zufahrten, da sie deutlich ruhiger ist und bereits auf dem Weg zum Park erste Eindrücke der Natur vermittelt. Allerdings war es bei der Anfahrt noch dunkel, dafür mussten wir nicht lange warten, als unser Fahrer zum Ticketschalter ging, um den Eintritt zu bezahlen. Hier besteht erstmal die letzte Möglichkeit, auf Toilette zu gehen.
Wir hatten zwei Ganztages-Touren hintereinander gebucht, was im Nachhinein ziemlich anstrengend war. Geplant war es ursprünglich anders, aber der Besitzer unserer Unterkunft riet uns dazu, am ersten Tag keine Safari zu machen. Es war Vollmond, somit Feiertag (Poya-Tag) und an diesen religiösen Feiertagen herrscht in Sri Lanka oft ein extrem hohes Besucheraufkommen in den Nationalparks. So entschieden wir uns für den ruhigeren Teil des Nationalparks in Block 5 durch das Galge Gate am zweiten Tag und für den touristischen Teil hier in Block 1 an Tag Drei.
Hauptsaison und beste Reisezeit sind die Monate Januar bis Juli. Zu dieser Zeit, besonders von Februar bis Juli, regnet es vergleichsweise deutlich weniger, sodass die Tiere sich vermehrt bei den Wasserlöchern aufhalten. Die meisten Niederschläge erhält der Yala Nationalpark in der Monsunzeit zwischen September und Dezember, weshalb er in den vergangenen Jahren im September häufig geschlossen blieb.
Die große Mehrheit der Besucher kommt durch den Haupteingang im Süden (Palatupana). Der Haupteingang bei Tissamaharama ist das logistische Zentrum von Yala, und fast alle großen Hotels, Resorts und Pauschalanbieter konzentrieren sich in diesem Gebiet. Block 1, der direkt hinter diesem Tor liegt, gilt als das Gebiet mit der weltweit höchsten Dichte an Leoparden.
Die Wahrscheinlichkeit, eine der Raubkatzen zu sehen, ist hier statistisch am höchsten, was die Massen magisch anzieht. Hier starten hunderte Jeeps gleichzeitig. Wer morgens um 6:00 Uhr durch den Haupteingang will, muss sich auf eine Geduldsprobe einstellen. Für Agenturen ist es der effizienteste Weg, große Gruppen schnell in den Park zu schleusen. Die Jeeps reihen sich oft schon ab 5:15 Uhr in eine kilometerlange Schlange ein. An den Kassen herrscht oft Chaos, da jeder Guide manuell die Tickets für seine Gäste lösen muss. Wartezeiten von 45 bis 90 Minuten nur am Tor sind hier keine Seltenheit. Sobald die Schranke öffnet, gleicht die Fahrt einem Rennen. Jeder Fahrer möchte der Erste an einem der bekannten Sichtungspunkte sein, was zu einer stressigen Atmosphäre führt.
In der Zone 1c am Kataragama Gate befindet man sich genau auf der entgegengesetzten Seite, was uns nach einem Blick auf die Karte auch von einem Besuch überzeugt hat, denn solche Verhältnisse mit Rennen und Drängeln wollten wir so gut wie möglich vermeiden. Im Park angekommen, genossen wir die abwechslungsreiche Landschaft, die von dichtem Buschwerk bis hin zu offenen Wasserflächen reicht.
Wir hatten das Glück, mehrere Elefantenfamilien bei der Nahrungssuche zu beobachten, und konnten zudem zahlreiche seltene Vögel in den Ufernischen der kleinen Teiche entdecken. Die Fahrt durch diesen Block war am Anfang noch überraschend ruhig, da sich hier am frühen Morgen noch weit weniger Fahrzeuge bewegen als im touristischen Süden des Blocks.












Als zweitgrößter Nationalpark ist der Yala-Nationalpark in Sri Lanka vor allem für seine Leoparden berühmt. Derzeit leben etwa 20 bis 30 Leoparden im Kerngebiet des Parks, weshalb es natürlich ein ganz besonderes Highlight ist, einen davon zu entdecken. Wir hatten am Vortag in Block 5 schon eine schöne Sichtung, doch um es vorwegzunehmen: Hier hatten wir nicht so viel Glück, obwohl sich unser Fahrer viel Mühe gegeben hat, um ein Tier aufzuspüren. Ständig stand er in Kontakt mit anderen Fahrern. Zwar haben wir am Nachmittag zwei Leoparden in einem Baum gesehen, man konnte jedoch nur mit Mühe einige Flecken im Geäst ausmachen.
Aber es gibt ja nicht nur Leoparden im Yala-Nationalpark, hier kann man mit Glück auch Elefanten, Axishirsche, Sambar-Hirsche, Wasserbüffel, Affen, Mungos, Wildschweine, Krokodile und viele verschiedene Vogelarten entdecken. Lippenbären und Schakale haben wir nicht in Yala, dafür aber später in Wilpattu gesehen. Natürlich ist dies kein Zoo, sondern Wildnis. Man weiß also nie, was man sieht und was nicht.
Auf jeden Fall sieht man im Yala-Nationalpark verschiedene Hirscharten, die jeweils ganz eigene Lebensräume bevorzugen und unterschiedliche Charakterzüge aufweisen. Die am häufigsten gesichtete Hirschart in Sri Lanka, die zugleich eine der fotogensten ist, ist der Axishirsch. Das markanteste Merkmal ist das rötlich-braune Fell mit den strahlend weißen Punkten, die das Tier das ganze Leben lang behält. Die Männchen tragen zudem ein beeindruckendes Geweih.
Man trifft sie meist in größeren Herden auf den offenen Lichtungen und in der Nähe von Wasserstellen an. Sie sind extrem wachsam, da sie die Hauptbeute der Leoparden darstellen. Oft sieht man Axishirsche in enger Gemeinschaft mit Languren-Affen. Die Affen lassen beim Fressen in den Baumwipfeln Früchte und Blätter fallen, die die Hirsche am Boden fressen, während die Hirsche am Boden und die Affen in den Bäumen sich gegenseitig vor herannahenden Raubkatzen warnen. Erschallt so ein Alarmruf, sind auch alle Guides sofort alarmiert.
Der Sambar ist der größte Hirsch Sri Lankas und wirkt im Vergleich zum Axishirsch deutlich massiger und majestätischer. Wir haben einige davon gesehen, viele schöne Fotos sind uns jedoch nicht gelungen. Er hat ein dunkelbraunes, eher zotteliges Fell und ist wesentlich größer, fast so groß wie ein kleines Pferd. Die Bullen tragen sehr kräftige, meist dreizackige Geweihe. Sambars sind eher Einzelgänger oder leben in sehr kleinen Gruppen. Sie bevorzugen die dichte Vegetation und den Waldschatten und sind am besten in der frühen Dämmerung zu sehen.
Das Muntjak ist die kleinste und scheueste der drei Arten und wird oft übersehen, da es sich meist im dichten Unterholz versteckt. Die Männchen haben nur sehr kurze Geweihe, dafür aber kleine, nach unten ragende Eckzähne. Der englische Name "Barking Deer" rührt von seinem markanten Warnruf her, der verblüffend wie das kurze, scharfe Bellen eines Hundes klingt.














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