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LUNCHPAUSE UND SICHTUNGEN

Auf der ersten Seite habe ich von den Sichtungen bei einem Besuch im Block 1 erzählt, eigentlich Block 1c, den wir am frühen Morgen durch den Kataragama-Eingang erreicht haben. Hier darf man das Fahrzeug nirgendwo verlassen, so waren wir gezwungen, unser Frühstück sitzend im Auto einzunehmen.

Auch für einen Toilettengang darf man hier nicht einfach im Busch verschwinden, die Fahrer müssen spezielle Picknickplätze ansteuern. Diese liegen oft direkt an landschaftlich reizvollen Punkten. Doch die vermeintliche Idylle trügt, denn diese Plätze sind das Revier der äußerst gewitzten und frechen Hutaffen. Diese Primatenart, die in Sri Lanka endemisch ist, hat im Laufe der Zeit gelernt, dass die Safari-Fahrzeuge eine verlässliche Quelle für leicht erreichbare Nahrung darstellen. Kaum hatten wir angehalten, näherten sich die ersten Tiere mit beeindruckender Zielstrebigkeit und beobachteten jede unserer Bewegungen ganz genau.

Diese Affenart, die man leicht an dem charakteristischen, namensgebenden Haarschopf auf dem Kopf erkennt, zeigt ein hoch entwickeltes Sozialverhalten und eine erstaunliche Anpassungsfähigkeit an den Menschen. Ihr dichtes, bräunliches Fell und die lebhaften Augen verleihen ihnen ein fast menschliches Aussehen, doch sollte man sich von ihrer drolligen Erscheinung nicht täuschen lassen, da sie im Rudel sehr organisiert vorgehen können.

In der wissenschaftlichen Einordnung wird der Hutaffe als Macaca sinica geführt, wobei er sich durch seinen langen Schwanz und die markante Frisur von anderen Makakenarten unterscheidet. Da sie im Nationalpark keine natürlichen Feinde in unmittelbarer Nähe fürchten müssen und durch die Touristen regelmäßig mit Nahrung in Kontakt kommen, haben sie hier jegliche Scheu verloren.

Besonders flink und dreist agierten die Affen gegenüber unserem Fahrer, der für einen kurzen Moment unaufmerksam war. In einem Sekundenbruchteil sprang einer der Hutaffen flink ins Fahrerhaus des Jeeps, schnappte sich das eine der zwei Pappschachteln mit seinem Essen und verschwand ebenso schnell wieder im schützenden Geäst der umstehenden Bäume. Wir konnten hier in Ruhe schöne Fotos machen, aber dieser Zwischenfall war eine lehrreiche Erinnerung daran, dass man im Territorium der Wildtiere stets wachsam bleiben muss. Auch wenn das gestohlene Mittagessen unseres Fahrers für einen Moment der Erheiterung sorgte, verdeutlichte es doch das Problem der zunehmenden Gewöhnung der Wildtiere an den Menschen, was letztlich das natürliche Gleichgewicht hier im Park beeinflusst.

Sri Lanka Logo

Ein besonderer Moment jeder Safari ist die Entdeckung eines Leoparden, der später am Tag oft hoch oben in den schattigen Ästen eines Baumes ruht. In der dichten Krone ist die Raubkatze aufgrund ihrer perfekten Tarnung jedoch kaum zu erkennen, so dass man schon sehr genau hinsehen muss, um die Umrisse im Geäst auszumachen. Sobald die Nachricht von der Sichtung jedoch per Funk die Runde macht, ist es mit der Ruhe schlagartig vorbei. Von allen Seiten rasen die Safari-Fahrzeuge herbei, um ihren Gästen den besten Blick auf das Tier zu ermöglichen.

Innerhalb kürzester Zeit drängen sich unzählige Jeeps auf engstem Raum, wobei die Motoren oft im Leerlauf weiterlaufen. Die Luft wird schwer von den beißenden Abgasen der Dieselmotoren, es stinkt unangenehm, und der Lärm der heraneilenden Wagen sowie das aufgeregte Rufen der Besucher übertönen jede natürliche Geräuschkulisse. Für uns war dieser Anblick der Massenansammlung eher bedrückend als faszinierend. Inmitten dieses Trubels und der Hektik verspürten wir ganz schnell den Drang, diesen Ort schnellstmöglich zu verlassen.

Wir hatten im Leben schon einige Leoparden gesehen, das mussten wir uns nicht antun, und wir waren schnell genervt. Doch schon wenige Fahrminuten später waren wir fast alleine unterwegs, weil alle anderen zum Leoparden drängten. Dann doch lieber den Wasserbüffel in seinem Schlammloch beobachten.









Am Meer

Zur Mittagszeit steuerten wir für eine ausgiebige zweistündige Pause ein Camp am Meer an, in dem sich alle Tagesbesucher sammeln. Die Patangala Resting Area ist wunderschön direkt an der Küste gelegen, wo die rauen Wellen des Indischen Ozeans gegen die Felsen schlagen. Leider darf man hier nicht weiter nach rechts und links am Strand spazieren gehen, sondern sich nur auf ein paar dutzend Metern direkt vor dem Camp aufhalten.

Ursprünglich gab es an dieser Stelle einfachere Rastplätze. Der Tsunami am 26. Dezember 2004 traf die Küste von Yala jedoch mit voller Wucht und zerstörte fast die gesamte Infrastruktur am Patangala-Strand. Direkt beim Camp erinnert heute ein Denkmal an die Opfer des Tsunamis, da an diesem Ort damals viele Safari-Gäste und Parkmitarbeiter ums Leben kamen. Beim Wiederaufbau entschied sich das Department of Wildlife Conservation (DWC), die Anlagen nicht nur zu reparieren, sondern deutlich moderner und nachhaltiger zu gestalten. Die Architektur mit den offenen Holz- und Betonkonstruktionen fügt sich heute viel besser in die Küstenlandschaft ein, auch wenn sie auf einer Seite noch etwas unfertig erscheint.

Hier gibt es ein kleines Café, in dem man sich mit Getränken und Snacks stärken kann. Direkt nebenan befindet sich ein offener Raum mit Tischen für Selbstverpflegung. Die Trennung zwischen dem Selbstversorger-Bereich und dem bewirtschafteten Café ist ein Standard, den man erst in den letzten zehn Jahren in den großen Nationalparks Sri Lankas eingeführt hat, um den steigenden Anforderungen internationaler Touristen gerecht zu werden. Die wenigen Liege- und gemütlicheren Sitzmöglichkeiten waren leider alle schon besetzt. Wir nutzten die Zeit, um unser mitgebrachtes Mittagessen im Schatten der Bäume auf einer in Kreisabschnitten angeordneten Sitzbank aus Beton zu genießen und den Blick über das Wasser schweifen zu lassen.

Der zweistündige Aufenthalt im Camp ermöglichte es uns, die Beine zu vertreten und die salzige Meeresluft einzuatmen, bevor wir uns auf den zweiten Teil unserer Safari begaben.

Die Anlage bietet auch gepflegte Toiletten, die nach einem langen Tag im Gelände dringend benötigt werden. Wie wir feststellen mussten, standen diese aber nur den touristischen Besuchern zur Verfügung. Die alten Toilettenanlagen waren so verkommen, dass sich die Fahrer und Guides alle im nahen Wald erleichterten, weshalb dort auf den schmalen Wegen zwischen den Büschen ein ständiges Kommen und Gehen herrschte.

Hier liefen auch einige zutrauliche Ceylon-Dschungelhühner herum, die sich gut fotografieren ließen. Ihre Artgenossen im Wald waren deutlich scheuer.

Diese Hühner sind eng mit dem Bankivahuhn verwandt, dem Urahnen unserer heutigen Hausmänner, unterscheiden sich jedoch durch ihre prächtige Färbung und einige markante Merkmale. Die Hähne sind besonders auffällig gestaltet, da ihr Gefieder in kräftigen Orange- und Rottönen leuchtet, die zu den Flügeln und dem Schwanz hin in ein tiefes, metallisches Blau-Schwarz übergehen. Einzigartig ist der gelbe Fleck im Zentrum des roten Kammfleisches, der das Lafayette-Huhn sofort von anderen Wildhuhnarten unterscheidet. Die Hennen hingegen sind deutlich schlichter in Tarnfarben aus Braun und Grau gefärbt, was ihnen Schutz bietet, wenn sie am Boden brüten.

Die Wahl zum Nationalvogel unterstreicht die Bedeutung dieses Tieres für das Naturerbe Sri Lankas. Auch Pfaue sieht man natürlich viel im Park, und wenn man Glück hat, schlägt ein prächtiger Hahn gerade sein Rad und tanzt vor einer meist desinteressierten Henne.

Nach einem ereignisreichen Tag traten wir schließlich die Rückfahrt in Richtung des Parkausgangs an, leider ohne eine weitere Leopardensichtung. Die untergehende Sonne tauchte die Landschaft bereits in ein weiches, goldenes Licht, während wir in einer Kolonne mit anderen Fahrzeugen die staubigen Pisten entlangfuhren. Alle mussten pünktlich am Gate sein und den Park verlassen, da sonst Strafen drohen. Nachdem wir das Gate endgültig passiert und den Nationalpark verlassen hatten, hielt unser Fahrer noch eine besondere Überraschung für uns bereit. Er verließ die Hauptroute und steuerte einen See an, der sich außerhalb des unmittelbaren Kerngebiets befand, um uns den Sonnenuntergang in aller Ruhe genießen zu lassen. Es war ein Moment vollkommener Stille, fernab vom Trubel der anderen Safari-Fahrzeuge, die zu dieser Zeit meist schon den Heimweg angetreten hatten.










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