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WILDE KÜSTE

Ein Spaziergang am Küstenabschnitt vor dem Ravana Garden Resort offenbart die kontrastreichen Facetten der srilankischen Südküste, die hier zwischen menschlicher Betriebsamkeit und ungezähmter Natur schwankt. Wenn wir direkt am Resort starten, geht es zunächst steil bergab über Sand. Hier hat der Sturm letztes 2025 zugeschlagen, auf älteren Videos ist der Weg zum Strand noch sanft geneigt. Von dort blickt man auf einen weiten Horizont, der je nach gewählter Richtung eine völlig unterschiedliche Atmosphäre bereithält.

Wenden wir uns nach rechts, führt uns der Weg in Richtung einer belebteren Szenerie. Hier steht ein weiteres, wesentlich einfacheres Hotel an diesem Strandabschnitt, vor dem Fischerboote im Sand liegen. Etwas weiter befindet sich der lokale Fischerhafen. Das Bild ist geprägt von den bunten Auslegerbooten der Fischer, die am Ufer ruhen oder im ruhigeren Wasser des Hafens schaukeln. Es herrscht ein reges Treiben, während Netze geflickt werden und der Geruch von Salz sowie frischem Fang in der Luft liegt. Leider haben wir hier nicht viel fotografiert.

Meist waren wir in der entgegengesetzten Richtung, nach links am Kochchama Beach, unterwegs. Hier lässt man die Zivilisation hinter sich und betritt eine wilde, ursprüngliche Küste. Der Weg am Strand entlang ist recht beschwerlich, da der Sand tief und locker ist, was jeden Schritt zu einer kleinen körperlichen Herausforderung macht. Die Brandung ist an diesem Abschnitt extrem kraftvoll, wobei die Wellen mit lautem Getöse gegen das Ufer schlagen und eine feine Gischt in der Luft hinterlassen.

Das ist sehr laut, selbst in der Nacht hört man das Grollen im Zimmer. Der Tsunami vom 26. Dezember 2004 markiert die tiefste Zäsur in der jüngeren Geschichte der srilankischen Südküste. Auch wenn die Region rund um das Ravana Garden Resort und den Ussangoda Nationalpark heute friedlich wirkt, sind die Spuren und Erinnerungen an diese Naturkatastrophe bis heute präsent.

Die Flutwellen erreichten die Südküste Sri Lankas etwa zwei bis drei Stunden nach dem Erdbeben vor Sumatra. In der Provinz Hambantota, zu der Ambalantota und Ussangoda gehören, war die Zerstörung massiv. Es wurden Wellenhöhen zwischen 5 und 11 Metern gemessen, wobei der Fischerhafen damals fast vollständig vernichtet wurde.

Internationale Organisationen ersetzten tausende zerstörte Boote. Ein Nebeneffekt war jedoch, dass durch die unkoordinierte Hilfe zeitweise mehr Boote als vor dem Tsunami vorhanden waren, was zu einer Überfischung der küstennahen Gewässer führte.

Die flache Beschaffenheit von Orten wie Ussangoda führte dazu, dass das Wasser teilweise weit ins Landesinnere vordringen konnte, was Reisfelder versalzte und die Bodenbeschaffenheit nachhaltig beeinflusste. Entlang der Küstenstraße finden sich immer wieder kleine Mahnmale oder Statuen, die an die Opfer erinnern. An den Strassenkreuzungen stehen ab und zu Schilder mit dem Hinweis auf den Fluchtweg und sichere Gebiete bei einer möglichen Tsunamiwarnung.









Kochchama Beach

Damals gab es das Hotel noch nicht, doch erst im Vorjahr hatte bei einem Sturm eine riesige Welle den Rasen vor dem Pool weggerissen. Seit 2004 hat sich viel getan, um die Sicherheit hier zu erhöhen. Wenn man am Strand oder in den Orten unterwegs ist, fallen blaue Schilder mit der Aufschrift „Tsunami Evacuation Route“ auf. Es wurde ein umfassendes Frühwarnsystem installiert, das die Küstenbewohner über Funk und Sirenen rechtzeitig warnen soll.

An einigen Stellen wurde der Strand nach dem Tsunami dauerhaft schmaler, während an anderen Orten neue Sandbänke entstanden. Der tiefe Sand, durch den wir hier am Strand waten, ist teilweise ein Resultat dieser massiven Sedimentverschiebungen.

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Der Kochchama Beach ist ein echter Geheimtipp für Naturliebhaber, da er sich als wilder und weitgehend unberührter Küstenstreifen präsentiert. Entlang dieses Abschnitts säumen hoch aufragende Palmen die Szenerie, deren Stämme sich oft im Wind biegen und ein klassisches tropisches Panorama bilden. Im Gegensatz zu den touristischen Zentren im Westen gibt es hier kaum Infrastruktur oder kommerzielle Annehmlichkeiten.

In der Luft und am Flutsaum lassen sich verschiedene Strandvögel beobachten, wie Regenpfeifer, Strandläufer und Raubseeschwalben.

Ein besonderes Naturschauspiel erwartete uns dort, wo dunkle Felsformationen aus dem Wasser ragen und die Wucht der Wellen ein wenig brechen. Dies reicht jedoch nicht aus, um dort sicher schwimmen zu gehen, wie es im Hotel ausgeschildert war. Wir haben uns das nicht getraut, da die Gewalt der Brandung auch hier noch immer enorm war.

Der Kochchama Beach ist zudem als Ort bekannt, an dem Meeresschildkröten oft in den nahrungsreichen Bereichen zwischen den Felsen nach Nahrung suchen oder nachts zur Eiablage an den Strand kommen. Meist sind es meist Grüne Meeresschildkröten, die früher Suppenschildkröten genannt wurden. Der Name stammt aus einer Zeit, in der diese Tiere Seefahrern als lebender Proviant dienten und vor allem für die berühmte Schildkrötensuppe gejagt wurden.

In der turbulenten Brandung konnten wir die Köpfe von Meeresschildkröten ausmachen, die dort schwammen. Es ist faszinierend zu sehen, mit welcher Leichtigkeit sich diese schweren Tiere in der starken Strömung bewegen, während sie zwischen den Algen an den Felsen fressen. Wir haben mehrere Köpfe gesehen, sie zu fotografieren war jedoch trotz Teleobjektiv fast unmöglich.











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