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USSANGODA NATIONALPARK

Vom Hotel Ravana Garden aus konnten wir zu Fuß zum Ussangoda Nationalpark laufen. So haben wir am späten Nachmittag zusammen mit Nalin und den zwei Hunden, die am Hotel leben, eine kleine Wanderung in Richtung Park unternommen. Dabei ging es auch entlang der Reisfelder im Hinterland mit vielen Vögeln, denen ich eine eigene Seite gewidmet habe. Auch an einem kleinen Dorftempel, dessen Lautsprecher man bis ins Hotel hören konnte, führte unser Weg vorbei. Am Abend wurden hier einige Statuen mit bunten LEDs beleuchtet, während auf den Bäumen am Teich gegenüber Affen in den Kronen spielten.

Etwas weiter kommt man am größten Arbeitgeber der Region vorbei. Ocean Voyager International ist ein führender Akteur im srilankischen Schiffbau und gehört zur Sea Leisure Yachting Group. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in der Freihandelszone von Koggala, südlich von Galle. Die Werft operierte lange Zeit unter dem Namen BAFF Polymech und wurde nach dem Tsunami von 2004 von Pierre Pringiers gegründet. Ziel war es, benachteiligten Jugendlichen an der Südküste eine berufliche Perspektive im Schiffbau und in der Mechanik zu bieten. Viele Mitarbeiter werden direkt in den schiffbaueigenen Ausbildungszentren geschult und wohnen auch direkt am Werk.

Im März 2024 wurde die Marke Ocean Voyager von der französischen Grand Large Yachting Group übernommen. In diesem Zuge erfolgte die Umbenennung in Ocean Voyager International, um die Position als globaler Akteur für Charter-Katamarane zu festigen. Man ist hier auf den Bau von Katamaranen unter Verwendung moderner Vakuum-Infusionstechnologie spezialisiert. Dies ermöglicht leichte, aber extrem robuste Rumpfstrukturen aus Verbundwerkstoffen.

Nicht weit davon findet man den Zugang zum Nationalpark, der für alle offen ist und keine Kassen besitzt. Nur ein paar Stände gibt es hier, die Getränke und Obst anbieten.

Der Ussangoda Nationalpark stellt ein faszinierendes Naturphänomen dar, da er sich durch seine markante rote Erde und die flache, fast baumlose Küstenlandschaft deutlich von der sonst üppigen Vegetation der Insel abhebt. Geologisch wird die ungewöhnliche Färbung des Bodens auf eine hohe Konzentration von Eisenoxid zurückgeführt, während lokale Legenden den Ort mit der Ramayana-Erzählung und dem Absturz eines Himmelswagens in Verbindung bringen.

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In der singhalesischen Folklore und dem indischen Epos Ramayana nimmt Ussangoda einen zentralen Platz ein. Der Legende nach diente das flache Plateau als Landeplatz für das Dandu Monara, das fliegende Gefährt des Dämonenkönigs Ravana. Die auffällig rote Farbe der Erde wird in diesen Erzählungen oft damit erklärt, dass der Affengott Hanuman Teile des Königreichs in Brand steckte, wobei die Hitze den Boden dauerhaft veränderte.

Wissenschaftlich betrachtet ist die Geschichte des Gebiets eng mit seiner mineralischen Zusammensetzung verknüpft. Die rote Erde ist das Ergebnis einer hohen Konzentration an Eisenoxid und anderen Schwermetallen. Lange Zeit gab es Theorien, dass ein Meteoriteneinschlag für die karge Landschaft und die Bodenbeschaffenheit verantwortlich war, was jedoch durch geologische Untersuchungen weitgehend widerlegt wurde. Stattdessen handelt es sich um eine seltene Bodenformation, die unter den spezifischen klimatischen Bedingungen der Küste entstanden ist.

Am 6. Mai 2010 wurde Ussangoda offiziell zum 21. Nationalpark Sri Lankas erklärt. Ziel war es, die einzigartige Flora und die angrenzenden Schildkröten-Brutgebiete vor menschlichen Eingriffen sowie der Zerstörung durch Fahrzeuge zu bewahren. Im Gegensatz zu anderen Parks Sri Lankas, die für ihre Großsäuger bekannt sind, liegt der Fokus in Ussangoda auf der Erhaltung des geologischen Erbes und der maritimen Ökosysteme.

Heute wird der Park durch das Department of Wildlife Conservation verwaltet. Er gilt als wichtiger Ort für den Ökotourismus, und die Küstenabschnitte sind essenziell für vier der weltweit sieben Meeresschildkrötenarten, die hier nachts ihre Eier ablegen.

Wir konnten allerlei Vögel fotografieren, ansonsten waren nur Hunde, Affen und einige Einheimische auf Motorrädern unterwegs. Letzteres war sicher nicht zulässig, aber das Gebiet ist nicht eingezäunt. Der von uns benutzte Zugang ist zwar durch große Steine auf dem Weg nur für Fußgänger zu benutzen, an anderer Stelle gibt es wohl eine rege genutzte Abkürzung quer über das relativ kleine Gelände. Wir blieben bis zum beeindruckenden Sonnenuntergang und machten uns dann in der Abenddämmerung auf den Rückweg zum Hotel.















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