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CAVE TEMPEL MULIRIGALA

Der Wechsel vom Lanka Beach Boutique Bungalows & Villa zu unserer nächsten Unterkunft Ravana Garden war usprünglich so nicht geplant. Weil uns ein anderes Hotel nahe Yala abgesagt hatte betrug die Transferzeit diesmal nur eine gute halbe Stunde. Zeit genug also, um einen kleinen Umweg zu fahren und sich den schönen Mulkirigala-Felsentempel bei Tangalle anzusehen, unsere erste Reise in die tiefe spirituelle Vergangenheit Sri Lankas.

Majestätisch erhebt sich der etwa 200 Meter hohe Solitärfelsen aus dem dichten Dschungel und erinnert in seiner Form an den berühmten Löwenfelsen von Sigiriya, weshalb er oft als auch das "Sigiriya des Südens" bezeichnet wird. Doch während Sigiriya eine Festung war, ist Mulkirigala ein Ort der Stille und Gelehrsamkeit, der seit über 2.000 Jahren als buddhistisches Kloster dient.

Wir hatten einen sehr netten Fahrer, einen pensionierten Englischlehrer mit einem Nissan Leaf Elektromobil, der am kleinen Parkplatz mit unserem Gepäck auf uns wartete, während wir in Ruhe das Gelände erkunden konnten. Nach einigen Stufen kommt man zum Ticket Schalter und Touristen zahlen hier 500 LKR Eintritt.

Der Aufstieg zum Gipfel führt über mehr als 500 zum Teil direkt in den Fels gehauene Stufen und ist in fünf Terrassen unterteilt, die jeweils eine eigene Ebene der spirituellen Erfahrung darstellen.

Man steigt bergauf über steile Treppenaufgänge, während um einen herum die Hörnchen durch das Geäst toben und einige Agamen durch das Grün am Wegrand huschen. An den Treppen zwischen den Ebenen sieht man kleine, in den Fels gehauenen Becken. Diese dienten früher dazu, Regenwasser zu sammeln, damit die Mönche auch während langer Trockenperioden auf dem Felsen überleben konnten, ohne ständig ins Tal hinabsteigen zu müssen.

Die Anzahl der Besucher war gering, denn wir waren zur Mittagszeit vor Ort und kamen daher beim Treppensteigen ganz schön ins Schwitzen.

Auf den verschiedenen Ebenen öffnen sich beeindruckende Höhlentempel, in denen man auf riesige, liegende Buddha-Statuen trifft. Ein kleiner Vorgeschmack auf die weit bekannteren Höhlen in Dambulla, die wir im Laufe der Reise ebefalls besuchen wollten.

Besonders faszinierend sind die Wandmalereien im kandyanischen Stil, die in lebendigen Farben Geschichten aus dem Leben Buddhas erzählen und trotz der hohen Luftfeuchtigkeit noch bemerkenswert gut erhalten sind.

Auf der unteren Ebene beeindruckt vor allem das Paduma Rahat Viharaya mit seinen detailreichen Deckengemälden. Diese Fresken nutzen natürliche Pigmente in Erdtönen, leuchtendem Rot und Gelb. Viele Darstellungen zeigen Szenen aus den Jataka-Geschichten, den vorherigen Geburten Buddhas, die moralische Lehren vermitteln. Die Decken sind oft mit komplizierten Lotusblüten-Mustern und geometrischen Ornamenten geschmückt, die den Raum optisch erhöhen und eine sakrale Symmetrie schaffen.

Viele der Malereien wurden im 18. Jahrhundert unter der Herrschaft der Könige von Kandy restauriert oder neu erschaffen. Deshalb weisen die Gesichter und Kleidungsstile der Figuren oft Merkmale der Kandyan-Ära auf, was Mulkirigala zu einem wichtigen Referenzpunkt für die kunsthistorische Forschung in Sri Lanka macht.

Je höher man steigt, desto ruhiger wird die Atmosphäre. Die mittlere Terrasse beherbergt einen heiligen Bo-Baum, einen Ableger des ursprünglichen Baumes aus Anuradhapura, den wir ebenfalls ein paar Wochen später noch sehen werden. Von hier aus hat man bereits erste Ausblicke auf die umliegende Palmenlandschaft.

Hier oben wurden entscheidende Palmblattmanuskripte gefunden. In den Höhlen von Mulkirigala entdeckte der britische Kolonialbeamte George Turnour im Jahr 1826 die Schlüssel zur Übersetzung des Mahavamsa. Ohne diesen Fund wäre ein Großteil der antiken Geschichte Sri Lankas, einschließlich der Identifizierung der Ruinen von Anuradhapura und Polonnaruwa, für die moderne Welt vermutlich für immer rätselhaft geblieben.








Oben

Sobald man die Schwellen zu den verschiedenen Tempelräumen überschreitet, taucht man in ein Halbdunkel ein, das nur von wenigen elektrischen Lichtquellen erhellt wird. In fast jeder der sieben größeren Höhlen dominieren massive, farbenfrohe Statuen das Bild. Besonders eindrucksvoll sind die liegenden Buddhas, die den Übergang ins Nirvana symbolisieren. Diese Statuen sind oft mehrere Meter lang und direkt aus dem Fels geschlagen oder aus einer Lehm-Stuck-Mischung geformt. Ihre friedlichen Gesichter und die detailreichen Faltenwürfe der Gewänder zeugen von der hohen Handwerkskunst der verschiedenen Epochen, von der Anuradhapura-Periode bis hin zur Kandyan-Zeit.

Sri Lanka Logo

An den Eingängen und Flanken der Altäre finden sich oft Darstellungen von Schutzgottheiten und mythischen Wesen, die den heiligen Ort bewachen sollen. Natürlich zieht man vor dem Eintreten immer die Schuhe aus, Schultern und Knie sollten beim Besuch bedeckt sein. Fotos im Inneren sind meist erlaubt, aber man sollte niemals mit dem Rücken zu einer Buddha-Statue posieren, da dies als sehr respektlos gilt. Also, keine Selfies mit Buddha im Hintergrund!

Der krönende Abschluss ist die oberste Terrasse mit einer kleinen weißen Dagoba auf der Spitze des Felsens. Die letzten Treppen sind sehr abenteuerlich, wir sind links hochgegangen, jede Stufe ist schmal und hat eine andere Höhe. Noch abenteurlicher sind die Stufen auf der rechten Seite, die flach in den Fels gehauen wurden. Hier sind wir wieder runter, es sah von oben schlimmer aus als es war, denn man konnte sich überall an einem eisernen Geländer festhalten.

Oben angekommen wird die körperliche Anstrengung des Aufstiegs durch einen atemberaubenden 360-Grad-Panoramablick auf viel Grün und Palmenhaine belohnt. Der Blick schweift über ein endloses Meer aus Kokospalmen bis hin zum glitzernden Horizont des Indischen Ozeans bei Tangalle.

Es ist ein Ort der absoluten Ruhe, an dem nur der Wind und das ferne Läuten der Tempelglocken zu hören sind. Hier steht auch noch eine neuere Buddha-Statue, vor der die Gläubigen blühende Opfergaben abgelegt hatten. Ein wunderschönes Motiv.








Flughund-Kolonie

Nach dem Tempelbesuch gab es noch eine kleine Überraschung. Unser Fahrer hatte mitbekommen, dass wir Natur und Tiere lieben und fuhr extra einen Umweg, um uns Flecken-Pelikane und andere Wasservögel auf den angelegten Teichen der Umgebung zu zeigen.

Ein kurzer Zwischenstopp an der Weeraketiya-Middeniya Road offenbart eines der faszinierendsten Naturschauspiele der Region, das Bat Sanctuary. Direkt am Straßenrand, nicht weit vom Mulkirigala-Tempel, haben sich tausende indische Flughunde in den hohen Baumkronen niedergelassen. Während der heißen Mittagsstunden hängen die Tiere dort in riesigen Trauben kopfüber an den Ästen, wobei sie sich gelegentlich mit ihren großen Flügeln Luft zufächeln oder lautstark um die besten Plätze streiten.

Diese imposanten Fledertiere, die eine Flügelspannweite von über einem Meter erreichen können, nutzen diesen Ort als sicheren Ruheplatz für den Tag. Es ist beeindruckend zu beobachten, wie die Bäume unter der Last der schlafenden Kolonien fast nachzugeben scheinen, während die Tiere vollkommen unbeeindruckt vom vorbeiziehenden Verkehr in der schwülen Luft verharren. Für Vorbeireisende bietet sich hier eine seltene Gelegenheit, diese fliegenden Säugetiere aus nächster Nähe in ihrem natürlichen Lebensraum zu sehen, ohne tief in den Dschungel eindringen zu müssen.

Indische Flughunde (Pteropus medius) ernähren sich ausschließlich von Früchten und Nektar. Wir hatten sie ja schon in den frühen Morgenstunden bei einer Bootsfahrt auf der Lagune von Hikkdduwa zum ersten Mal gesehen.

Im Gegensatz zu kleineren Fledermausarten nutzen sie keine Echoortung, sondern verlassen sich bei der Navigation und Nahrungssuche auf ihren ausgeprägten Geruchssinn und ihre hervorragende Sehkraft, weshalb sie auch die charakteristischen großen Augen besitzen.

Danach holten wir noch Bargeld an einem ATM der Peoples Bank in der nahen Stadt und erreichten pünktlich zum Check-In unser nächstes Hotel.







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