| Weltreisen | Sri Lanka | Nationalparks im Süden | Site-Map | HOME |
| Am Hotel |

Nur wenige Meter von unserer Unterkunft The Den at Yala in Kataragama entfernt befindet sich ein kleiner Dorftempel, der durch eine imposante, stehende Buddha-Statue besticht. Die Außenwände sind mit kunstvollen Reliefs von Elefanten verziert, die in der srilankischen Kultur Schutz und Stärke symbolisieren.
Wir sind an unserem Ruhetag hierher spaziert, entlang der unasphaltierten, schmalen Landstraße, die zur Unterkunft führt. An einer Ecke befindet sich ein Privatgrundstück, das wohl als eine Art Raststätte für Reisende dient. Wir waren sehr erstaunt, als wir vorbeikamen, da viele Kinder über den Rasen tobten und die Erwachsenen plaudernd beisammensaßen.
Kurz danach erreichten wir den typischen Dorftempel. Er dient der lokalen Gemeinschaft oft als spirituelles und soziales Zentrum, wobei er meist durch eine schlichte, aber ehrfurchtsvolle Atmosphäre sowie farbenfrohe Malereien und Statuen geprägt ist. Ein zentrales Element ist dabei häufig die Darstellung von Elefanten an den Außenwänden, die als symbolische Wächter des Heiligtums fungieren und den Sockel des Gebäudes optisch stützen. Hier waren sie schwarz angemalt, während die Mauer dahinter in hellem Weiß erstrahlte. Einige Arbeiter befestigten gerade ein neues Stück Fundament für eine Verlängerung der Mauer und grüßten uns freundlich, als wir vorbeigingen, wobei uns einer sogar Früchte von einem Baum dort zum Probieren anbot. So sauer-bitter - die mussten einfach total gesund sein.
Typisch für diese regionalen Tempel ist zudem die Kombination aus einem runden Stupa, einem heiligen Bodhi-Baum und einem Schrein für die Buddha-Statue, wobei die stehende Haltung des Erleuchteten oft Schutz und Segen ausstrahlt. Die Innenräume sind meist mit lebendigen Wandmalereien geschmückt, die Szenen aus dem Leben Buddhas darstellen und in kräftigen Farben die spirituelle Erzählung des Ortes lebendig halten. Diese Tempelanlagen, oft "Vihara" genannt, bilden das Herzstück des dörflichen Lebens, in dem Glaube und Alltag unmittelbar ineinandergreifen.
Nach der Besichtigung spazierten wir zurück zum Hotel, als uns tatsächlich ein großer Reisebus auf der eigentlich einspurigen Landstraße entgegenkam. Der hatte an der Raststätte an der vorherigen Ecke die vielen Besucher gebracht und war jetzt wieder auf dem Weg aus dem Wohnviertel hinaus. Irgendwie schaffte er es tatsächlich um die Kurve, die eigentlich gerade für einen PKW reichte. Wir drückten uns ins Gebüsch, da auf dem engen Weg kaum Platz war und wir nicht weiterkonnten. Einige junge Männer nutzten die Situation, sprangen vom Bus und baten lachend um ein gemeinsames Foto.
Alle waren bester Laune, da gerade ein Feiertag gefeiert wurde. Der Vollmond-Feiertag, in Sri Lanka als Poya-Tag bekannt, ist das wichtigste religiöse Ereignis des Monats für die buddhistische Mehrheit des Landes. Poya-Tage sind arbeitsfrei, weshalb Banken, Behörden und viele Geschäfte geschlossen bleiben und die Menschen die Zeit für Pilgerfahrten und Familienbesuche nutzen.













Auf dem Rückweg zum Hotel raschelte es über uns in den Baumkronen, während sich Languren geschickt durch das dichte Grün hangelten. Am Wegrand entdeckten wir kleine Echsen, und in den Bäumen sowie Büschen ließen sich zahlreiche Vögel beobachten. Auch vom Hotelbalkon aus bot sich uns ein herrlicher Blick in die Natur, der es uns ermöglichte, einige Vogelarten zu sichten, die uns bisher eher selten begegnet waren.
Dazu gehörten der hübsche Braunohr-Bartvogel, der farbenprächtige Purpur-Sonnenvogel, der Kupferschmied-Bartvogel und verschiedene Bulbul-Arten. Besonders der Kupferschmied-Bartvogel blieb uns in Erinnerung, da wir ihn ausschließlich an diesem Ort beobachten konnten. Am frühen Morgen nutzten wir auf der Terrasse vor unserem Zimmer die App Merlin Bird ID des Cornell Labs für eine Audio-Identifikation. Innerhalb weniger Minuten analysierte die Anwendung die vielfältigen Gesänge und identifizierte dabei beeindruckende 15 verschiedene Vogelarten.
Diese hohe Artenvielfalt auf kleinstem Raum ist bezeichnend für die Region um Kataragama, die als Pufferzone zum Yala-Nationalpark fungiert. Die dichte Vegetation bietet idealen Lebensraum für Endemiten und Zugvögel gleichermaßen, was den Ort zu einem Paradies für Naturbeobachter macht.














| Weltreisen | Sri Lanka | Nationalparks im Süden | HOME |
| Datenschutz | Impressum |